By Martin Holoubek
26. November 2018

So sieht die Zukunft aus.

Die Digitalisierung schreitet in voller Geschwindigkeit voran und so entwickelt sich auch das Web rasant weiter. Während der Großteil der Nutzer über mobile Geräte surft und demnach Responsive Webdesign bereits weitgehend etabliert ist, stehen bereits die nächsten großen Trends auf der Agenda, um Websites zu designen, die schöner, schneller und anpassungsfähiger sind, als bisher. Da der Informationsgehalt größer und die Aufmerksamkeitsspanne geringer wird, ist es wichtig, relevante Informationen komprimiert und einfach verständlich zu übermitteln, ohne dabei Klarheit im Design, Geschwindigkeit und User Experience außer Acht zu lassen. Außerdem beginnt das Web mit Apps zu verschmelzen, um die Vorteile beider Welten zu vereinen und dem User ein innovatives Nutzererlebnis bereitzustellen.

Flat Design

Dieser Designstil, der bereits seit ein paar Jahren das moderne Webdesign dominiert, zeichnet sich durch klare & flache Designelemente, schlichte Farbkompositionen und einfache Formen aus, Bilder kommen nur mäßig zum Einsatz und Minimalismus wird groß geschrieben. Flach bedeutet nicht, dass man keine Tiefe in das Design bringen kann, deshalb werden sehr gezielt auch Schattierungen und Blur-Effekte verwendet. Flat Design hat die Geschwindigkeiten bzw. Ladezeiten enorm verbessert, weshalb auch Google cleane und minimalistische Websites bevorzugt.

Flat Design

Minimalismus

Zeitloses, minimalistisches Design erfreut sich in der Szene großer Beliebtheit, da es einige Vorteile bringt. Durch die Tatsache, dass in der heutigen Zeit immer mehr Information in die Welt hinausgetragen wird, der User daher regelrecht überflutet wird, ist die Aufmerksamkeitsspanne immer geringer und die essenzielle Information muss dem Kunden kurz & prägnant übermittelt werden. Zudem sind klare Designs und schlichte Animationen attraktiv für das menschliche Auge und bleiben daher länger im Gedächtnis – Simplicity is the key.

Minimalismus

Asymmetrie & Broken Grids

Während wir die letzten Jahre symmetrische und meist grid-artige Layouts zu Gesicht bekamen, geht der Trend in Richtung asymmetrische Designs und Broken Grids, was soviel bedeutet wie „zerbrochene Gitter“. Hierbei geht es darum, dass Elemente nicht wie bisher bündig abschließen müssen, sondern auch mal herausragen bzw. überlappen dürfen – jedoch sollte man es nicht übertreiben, da das Design sonst schnell überladen wirken kann. Zudem können Layoutelemente auch andersförmig sein, wie beispielsweise Header mit schrägen Kanten. Definitiv ein Trend, der 2019 noch stärker ausgeprägt sein wird.

Asymmetrie & Broken Grids
Supercrowds

Animationen & Micro Interactions

Motion creates emotions. Feine und smoothe Animationen verleihen einer Website die notwendige Dynamik, die sie braucht. Neben den bereits bekannten Animationsstilen wie Fade In/Out (Einblenden/Ausblenden) und Slide oder sich selbst zeichnende Vektorgrafiken liegen Effekte wie Reveal (Enthüllen) oder vektorbasierende Transitions, bei der Vektorelemente verformt werden, im Trend. Dabei können die Effekte entweder ab einer bestimmten Scrollposition oder synchron mit der Scrollbewegung zum Anschein kommen (Scroll based animations). Moderne Websites verwenden dazu das weltweit renommierte, auf Javascript basierende Animationsframework GSAP (GreenSock Animation Platform), welches hochperformant und ressourcenschonend arbeitet und mit dem alle Animationen und Transitions umsetzbar sind. Im kommenden Jahr werden die Animationen komplexer und Microinteractions werden noch stärker forciert, um dynamische Websites mit mehr Interaktionsmöglichkeiten zu realisieren.

Organic Shapes

Während vektorbasierte Illustrationen bereits seit einiger Zeit sowohl statisch als auch animiert weit verbreitet sind, geht der Trend in Richtung natürliche Formen, was bedeutet, dass Elemente nicht symmetrisch oder maßstabsgetreu abgebildet werden müssen, sondern organischer – wie handgezeichnet – dargestellt werden dürfen.

Organic Shapes
Crisp

Dynamische Verläufe

Mit der Vielzahl an dynamischen Farbverläufen, die uns CSS möglich macht, sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt – außerdem bietet sich dadurch eine großartige Alternative zu Hintergrundbildern, die nicht nur gut aussieht, sondern auch hinsichtlich Ladezeiten einen Vorteil bringt. Wichtig ist hierbei definitiv ein Maß an Expertise, da für die Kreation von stimmigen Farbkompositionen ein geschultes Auge notwendig ist. Unterstützend dazu gibt es jedoch auch Plattformen im Netz, die einige Sets an stimmigen Kombos bereitstellen.

Dynamische Verläufe
Apple Music

Video Content

Mehr bewegte Bilder. Als Ergänzung zu Animationen bieten Videoinhalte eine tolle Möglichkeit, um einerseits Websites lebhafter zu machen und andererseits, um die zu kommunizierende Botschaft dynamischer und direkter rüberzubringen, als mit Fotos und Illustrationen. Aktuell findet man bereits eine Vielzahl von Websites mit integrierten Image- und Produktvideos – 2019 wird jedoch mit Sicherheit noch einer draufgesetzt.

Ankoku Toshi Jutsu

Kräftigere Farben

Bringt mehr Farben in eure Designs. Auch hier gilt es, die Wirkung von Farben zu verstehen und ein geschultes Auge für stimmige Kompositionen zu besitzen, damit der Stil nicht den gegenteiligen Effekt erwirkt. Ansonsten kann man hier mit kreativen Ideen, das Website Design auf ein neues Level heben.

Kräftigere Farben
Adobe

3D Content

Bereits heute lassen sich durch 3D-Modellierungssoftware erstellte Modelle in Websites einbinden, darstellen und auch animieren – häufig kommt dafür eine Technologie namens WebGL zum Einsatz, die die nötige Performance und Effizienz bei der Verarbeitung liefert. Des Weiteren kann man – wie aus Facebook bekannt – 3D Fotos und Videos einbinden, wodurch man den Zuschauer näher am Geschehen teilhaben lassen und eine neue Art der Experience schaffen kann. Da sich auch hier eine Vielzahl an Animationen kombinieren lassen, dürfen wir hier im kommenden Jahr auf viele, spannende Designs gespannt sein.

3D Content
The New Mobile Workforce
3D Content
The New Mobile Workforce

Progressive Web Apps (PWA)

Progressive Web Apps werden wie Websites mit HTML, CSS, und JavaScript entwickelt und dann durch zusätzliche Funktionen, die bis dato nur nativen Apps vorbehalten waren, progressiv erweitert. Beim Start der App, beispielsweise über das Icon am Home Screen, oder direkt über die URL im Browser, werden die App selbst inklusive aller Inhalte sowie Caching und Offline-Funktionalitäten geladen. Dabei wird eine optimale User Experience durch einen rasend schnellen Seitenaufbau, flüssige Animationen und einer Vielzahl an Interaktionsmöglichkeiten bereitgestellt, was in der Praxis bereits zu höheren Engagement- und Conversion-Raten geführt hat. PWAs ermöglichen außerdem Push Notifications sowie Zugriff auf einen Teil der Sensoren sowie Kamera etc, was das App Feeling ein Stück näher bringt. Während Facebook auf React.js als Framework setzt, treibt Google die Entwicklung von Polymer.js und Angular stark voran und rankt bereits heute PWAs besser als Websites.

Progressive Web App
Lancome

Martin Holoubek

Martin Holoubek

Geschäftsführer | PIXIT Design GmbH | pixit.design

Martin Holoubek ist Geschäftsführer der Designagentur PIXIT in Wiener Neustadt, leidenschaftlicher Unternehmer und Designer & Entwickler mit Leib und Seele. Er liebt die Vereinigung von Design & Technologie und kreiert damit die Experience von morgen.

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